đź‘Ąđź’­ Moment der Begegnung – ein persönliches Erlebnis im Hospiz:

Zuversicht wiederfinden Ganz angespannt und gereizt sei dieser sonst so ausgeglichene Mann, berichtet mir die Kollegin.

Es sei ihm alles zu viel: erneute Veränderungen der Schläuche an seinem Körper. Ob ich spontan zu ihm gehen könne? Trotz seiner Mühe zu sprechen, erzählt er bald ausführlich. Beklagt sich über die Ungewissheit und die erneuten Veränderungen. Ärger wird spürbar und ich drücke diesen ebenfalls aus, in Wort, Geste und Stimmklang. Da schaut er mich groß an: “Sie verstehen mich.“

Jetzt kann ich einen Schritt weitergehen und ansprechen, wie gebunden seine Aufmerksamkeit ist: an diesen einen Schlauch, und wie anstrengend das wohl ist. Da stimmt er zu. Nachdem der Ärger geteilt ist, entsteht Raum für Neues. Und so mache ich einen Vorschlag: Ob er wohl ausprobieren mag, eine Körperregion zu finden, die er als angenehm empfindet. Erst schaut er mich verwundert an, dann zeigt er mir seine linke Seite: “Die ist entspannt.“

Dann suchen wir noch eine Farbe fĂĽr dieses KörpergefĂĽhl: „Orange, das ist schön.“ Ganz andächtig konzentriert er sich darauf, und ich kann in seinem Gesicht sehen, wie wohl ihm dabei ist. „Das kann ich immer wieder machen, auch wenn ich alleine bin“, sagt er – nun wieder zuversichtlich.