ÔÇŽ sind kurze, besondere Momente.

Wenn du jemanden anblickst, entsteht ein Moment von Verbundenheit. Vielleicht fl├╝chtig, aber besonders.

Blickkontakt ist immer ausschlie├člich – du kannst nur einem Menschen in die Augen schauen, niemals zweien gleichzeitig. Und dieser Moment ist immer ein gegenseitiger: ÔÇ×Ich sehe dich und du siehst mich.ÔÇť

Zu dem, den du anschaust, entsteht ein besonderer Zugang
Denn zwischen Sehen und Emotionen besteht eine enge Verbindung.
Weshalb?
Bei der Verarbeitung von visuellen Informationen und emotionalen Reizen werden die identischen Gehirnbereiche aktiviert. Zudem
werden die Spiegelneuronen st├Ąrker aktiviert, wenn man direkt die Augen eines anderen Menschen betrachtet. Das ist ein wichtiger Aspekt f├╝r das Entwickeln von Empathie.

ÔĆ░ ├ťbrigens wird der Blickkontakt nicht besser, wenn er l├Ąnger gehalten wird.
Es wird intensiver, das ja. Der Kontext bestimmt aber, ob der lange Blick als angenehm empfunden wird:
ÔŁĄ´ŞĆZu Intimit├Ąt und Liebe – auch gegen├╝ber dem Kind- geh├Ârt er unbedingt dazu.
­čś▒ Er l├Ąsst sich allerdings auch in Situationen der Bedrohung finden. Da ist er nat├╝rlich ├Ąu├čerst unangenehm. Denn dann geht es um Macht und Ohnmacht.
Manche versuchen ├╝ber den bohrenden Blick andere zu dominieren.
Andere verweigern den Blick und lassen ihr Gegen├╝ber damit in der Unsichtbarkeit verschwinden.

Ansehen schenken – das tust du buchst├Ąblich, indem du jemanden ansiehst. Vielleicht auch den, an wem dein Blick sonst eicht vorbeigeht: Die Kassiererin, den PraktikantenÔÇŽ

Der Blickkontakt wird ├╝brigens dann als angenehm empfunden, wenn beide Beteiligten Ma├č und Intensit├Ąt mitbestimmen.

Es gibt Menschen, welchen 3 Sekunden reichen, andere halten sich schon mal 10 Sekunden am St├╝ck bei den Augen des anderen auf.
├ťbrigens schauen wir l├Ąnger, wenn wir zuh├Âren, als wenn wir reden.

Und was ist mit denen, die dir ihren Blick nicht mehr zuwenden?
– Die demenziell ver├Ąndere Bewohnerin
– Der Patient um Wachkoma
– Die Bettl├Ągerige oder Rollstuhlfahrerin, die sich kaum bewegen kann
– Der junge Mann mit schwerer mehrfacher Behinderungen
– ÔÇŽ

Wie oft fehlt ihnen der Blickkontakt mit anderen Menschen!

Wie sagte die Dame mit demenziellem Syndrom im Hospiz, nachdem ich ihre Augen gefunden hatte?
ÔÇ×Endlich bist du da, ich habe so lange auf dich gewartet. Die anderen sind immer so weit weg.ÔÇť
Das war unsere erste Begegnung!

Neugierig auf mehr?
Lerne die Sprache derer, die ihre Stimme verloren haben.

Aus der Praxis f├╝r die Praxis – wissenschaftlich fundiert und best├Ątigt.