❓Gibt es das ĂŒberhaupt:
Menschliches Dasein ohne Wahrnehmung?

WĂ€re dies nicht eher die passende Frage:

„Wie erlebt jemand die Welt, der

 auf Worte nicht reagiert oder

 sich selbst nicht mehr sprechend in ihr bewegt?“

Was verÀndert sich ohne Sprache?

Ein Beispiel, was uns dies nÀher bringen kann:

👁Wer das Augenlicht verloren hat, wird anfangs wohl die Enge erleben, wenn der Blick nicht mehr in die Ferne schweifen kann.
Dann werden sich andere Sinne entfalten:
Die Welt der KlÀnge, Töne und GerÀusche wird sich auftun. Ebenso die der Empfindungen auf der Haut. Sicherlich wird auch die IntensitÀt des Riechens zunehmen.
Er lebt in derselben Welt wie ein Sehender und doch erlebt er ein anders Spektrum in ihr.

Hören wir auf zu meinen, so, wie wir als Sehende oder Sprechende die Welt erfahren, sei sie absolut. Etwas anderes gÀbe es nicht. Oder sei nichts wert.
Auch wir erleben nur ein gewisses, eingeschrÀnktes Spektrum der Erscheinungsformen unserer Welt.

So auch diejenigen, welche jenseits der Sprache und vielleicht sogar des denkenden Erfassens leben.

Zum Beispiel Menschen mit
– Aphasie
– einem demenziellen Syndrom
– schwerer geistiger Behinderung
– im Delir
– im Wachkoma

Dazu die Beschreibung eines Kindes, welches an der Seite einer verstummten Mutter fast ohne Worte aufwuchs.
Als es spĂ€ter die Sprache erlernte, schaute es zurĂŒck auf die Jahre seiner Sprachlosigkeit und beschrieb diesen Zustand so:

„Die Welt besteht 
 nur noch aus Luft, Erde, Himmel und den niemals sprechenden Pflanzen und Tieren. In dieser Welt benötigt man keine Worte, man begreift sie auch so, und man ist ihren Lebewesen und dem Lebendigen in ihr vielleicht sogar nĂ€her als jenen Dingen und Lebewesen, die von der Sprache umkreist und eingefangen werden.“
(Ortheil, Der Stift und das Papier)

🌈Das Leben in seinen Daseinsformen und Erlebensweisen ist so viel facettenreicher, als wir es uns vorstellen können.

Lassen wir uns von denen, die einen anderen Ausschnitt bewohnen, mit hineinnehmen in die Faszination der FĂŒlle und Möglichkeiten. Lernen wir zu staunen.
Sie kennen etwas, von dem wir keine Ahnung haben.

Mit #KommunikationOhneWorte tauchen wir ein in andere Formen menschlichen Daseins und gewinnen dadurch eine tiefe Achtung vor dem Anderssein.
Wir entwickeln Ideen dafĂŒr, wie wir in Verbindung treten können:
zum nicht Sehenden, nicht Sprechenden, nicht Antwortenden. Der aber viel mehr ist als dieses ‚Nicht‘.