ūüĎ•ūüí≠ Momente der Begegnung – ein pers√∂nliches Erlebnis im Hospiz:

Im Grenzgebiet des Daseins Da liegt er in seinem Bett, dieser gestandene Mann.

Seine Augen wandern unstet durch den Raum, seine H√§nde greifen ins Leere, mal hierhin, mal dorthin. Er scheint Dinge zu sehen, die ich nicht sehe, und manchmal liegt Angst in seinem Blick. Wie kann ich ihn erreichen, ihm Halt geben in dieser so verunsichernden Situation? Als er das n√§chste Mal in die Luft greift, reiche ich ihm meine Hand dorthin, und er fasst zu. Erst ist er etwas erstaunt, dann schaut er mich an. Eine kurze Begegnung innerhalb der sinnlich erfahrbaren Wirklichkeit. Dies m√∂chte ich weiter vertiefen, ihm Halt √ľber seine Sinne bieten.

So beginne ich, √ľber das zu reden, wohin er gerade schaut und was er im Zimmer oder vor dem Fenster sieht. Da ist ganz aufmerksam und beteiligt, macht trotz seiner Verwirrtheit sogar eigene Kommentare. Dann summe ich ihm ein Lied vor, und er liegt da, h√∂rt still zu. Irgendwann greift er wieder mit der Hand in die Luft und findet dabei erneut meine Hand. Schaut mich dann an und sagt: ‚ÄěDu bist da‚Äú, zufrieden. Und ich denke: Da Sein in Grenzgebieten des Lebens geht nur, wenn ich mitgehe in das Unbekannte und gleichzeitig Halt biete im gegenw√§rtigen, sinnlich geteilten Miteinander.